Kunstflug im Norden

mit der SZD59

Infos Segelfliegen

kippe2Tatsächlich ist die eigentliche Faszination, dass ein Segelflugzeug keinen Motor benötigt. Die Vorwärtsgeschwindigkeit wird in Auftrieb umgesetzt und hält somit das Flugzeug in der Luft. Zum Höhengewinn benötigt ein Segelflugzeug aufsteigende Warmluft und nicht, wie meist angenommen, Wind. Somit ist Segelfliegen die natürlichste Art des Fliegens und sehr sicher. Beim Fliegen spielt man mit den Kräften der Natur, genießt die Landschaft aus einem einzigartigen Blickwinkel und lernt eine eng verbundene Gemeinschaft kennen.

Wie lernt man eigentlich das Fliegen?

Anders als beim Autofahren lernt man das Fliegen üblicherweise nicht in einer Schule. Wie in anderen Sportarten findet die Ausbildung im Verein statt. Die praktische und theoretische Ausbildung übernehmen ehrenamtliche Fluglehrer. Während des Flugbetriebs und natürlich auch während der Baustunden in der Winterpause lernt man noch viele andere Dinge, z. B. Trecker- und Autofahren und die Wartung des Flugzeugparks. Dabei bleibt die Ausbildung nicht nur auf den Heimatflugplatz begrenzt. Die Richtlinien sehen auch vor, andere Segelfluggelände kennen zu lernen. Somit lernt man auch andere Flugschüler aus anderen Vereinen kennen und man tauscht Erfahrungen aus.

Wer kann  Segelflieger werden?

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Mit 14 Jahren darf mit der Ausbildung begonnen werden und auch schon allein geflogen werden, also eher als Mofafahren. Mit 16 Jahren kann dann der Segelflugschein erworben werden, also eher als der Autoführerschein.
Voraussetzung ist allerdings die gesundheitliche Tauglichkeit, die regelmäßig von einem Fliegerarzt überprüft werden muss. Sehr starke Sehschwäche, Kreislauf- oder Herzprobleme können z.B. einer Flugausbildung im Weg stehen, doch sind die Anforderungen nicht so groß, wie man zuerst vermuten könnte.
Fliegen ist nicht nur für Männer. Auch Mädchen und Frauen können unser schönes Hobby ausüben.

Wie lange dauert die Ausbildung?

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Diese Frage kann eigentlich nicht beantwortet werden, da dies vor allem von der Zeit abhängt, die man für dieses Hobby erübrigen kann. Meist liegt die Ausbildungszeit zwischen zwei und vier Jahren. Fliegt man viel, und spielt das Wetter mit, so kann man schnell den Flugschein erlangen. Der Weg dorthin sieht folgendermaßen aus: Nach etwa 70 Starts kommt der erste große Moment, der erste Alleinflug. Danach folgt eine Mischung aus Alleinflügen und Weiterausbildung. Nach den Grundprüfungen A, B und C, einer Überlandflugeinweisung und nach (freiwilligen) 60 Theoriestunden folgt dann die praktische und theoretische Prüfung durch die Behörde. Daneben muss noch ein Funksprechzeugnis erworben werden.
Das mag sich jetzt nach sehr viel anhören, doch wenn man einmal vom „Flugvirus“ befallen ist, geht die Ausbildung wie von selbst.

Was gibt es denn sonst noch für Möglichkeiten?

Nach der bestandenen Prüfung zum Segelflugzeugführer muss man noch lange nicht am Ende der fliegerischen Laufbahn in unserem Verein sein. Nun steht der Weg zu einer sportlichen Karriere offen. Dafür wird die Überlandflugerfahrung vergrößert. Dabei lernt man das Umland des Heimatflugplatzes von oben kennen. Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis Strecken von 300 km oder mehr nur mit der „Starthilfe“ der Winde zu absolvieren, die Kräfte der Natur zu erfahren und mit einem Flugzeug in dem Element Luft zu spielen. Die Aufgabe besteht darin, das Wetter richtig einzuschätzen und die maximal mögliche Strecke den Witterungsbedingungen anzupassen. Auf Landesmeisterschaften treten dann die besten Piloten gegeneinander an. Es gibt auch speziell für junge Leute zugeschnittene Überlandfluglehrgänge.

Wer es etwas wetterunabhängiger mag oder mal zu anderen Flugplätzen fliegen möchte, kann im Anschluß zu seiner Segelflugausbildung den Motorseglerschein machen. Dann sind Tagestouren nach Juist oder in den süddeutschen Raum kein Problem. Außerdem besteht dann die Möglichkeit auch mal in der Woche zu fliegen oder im Formationsflug mit Freunden aus Nachbarvereinen andere Gegenden zu erkunden.
Für die Leute, denen Achterbahnen zu langweilig sind, können eine Segelkunstflugausbildung absolvieren. Die kann auch in Ummern erfolgen. Dabei lernt man das Fliegen um alle drei Achsen des Flugzeuges kennen, erfährt das pure Erlebnis über die Kontrolle des Flugzeuges in jeder nur erdenklichen Lage und schärft die Sinne zu präzisem Steuern. Und das alles ohne Schienen – nur nach den Wünschen des Piloten.
Und wenn man immer noch nicht genug hat, dann kann man auch Fluglehrer werden.
Doch nicht nur im Segelflug kann man sich weiterbilden. Auch eine Umschulung zum Motorsegler-führer kann bei uns durchgeführt werden. Dafür stehen der Motorsegler und ehrenamtliche Fluglehrer bereit.

Wie kommt man denn in die Luft?

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Es gibt zwei Startarten. Die gängigste ist der Windenstart. Mit einer Winde, die über einen starken Motor und meist 1000m ausziehbares Seil verfügt, kann man auf ca. 350m geschleppt werden. Das sieht von unten sehr atemberaubend aus. Wenn man aber mitfliegt – das wurde schon von vielen Gästen bestätigt – ist es gar nicht so spektakulär ist.

Eine andere Startart ist der sogenannte F-Schlepp. Dabei zieht ein motorgetriebenes Flugzeug an einer speziellen Zugkupplung einen oder gar mehrere Segelflugzeuge in die Luft. Bei uns im Uhlenflug Peine darf der Motorsegler diese Aufgabe durchführen. Falls einer unserer Streckenflieger auf einem anderen Flugplatz landet, wird er ebenfalls vom Motorsegler oder mit einem Spezialanhänger zurückgeholt.

Was macht man im Winter? Wie bleibt dieses Hobby bezahlbar? Kann man auch in den Ferien fliegen?

Die anfallende Arbeit wird von allen getragen, unabhängig ob Flugschüler, Vorstand oder Fluglehrer. Um die Arbeitsstunden zu leisten treffen wir uns jeden Dienstag (manchmal auch am Wochenende) in der Werkstatt. Die Werkstatt erfüllt zwei Funktionen. Zum einen ist sie der Ort an dem die Flugzeuge gewartet und repariert werden. Dazu sind im Verein fachkundige, ehrenamtliche Werkstattleiter unter deren Aufsicht die Flugzeuge im Winterhalbjahr fit für den Sommer gemacht werden. Zum anderen trifft man sich dort auch zum geselligen Beisammensein.
Im Sommer gibt es meistens nur kleinere Wartungsarbeiten, um den Flugbetrieb am Laufen zu halten. Wenn sich genug Flugbegeisterte finden, dann gibt es in den großen Ferien 2 Wochen „fliegen am Stück“. Am Lagerfeuer berichtet man sich dann von den Flugabenteuern, kann mit viel Glück auch den Fledermäusen zuschauen, die Ruhe genießen und sich auf die nächsten Eindrücke aus der Luft freuen.

Schauen Sie doch einfach mal vorbei und genießen Sie einen Tag zwischen Technik und Natur!

Der Uhlenflug Peine bietet Ihnen einen Schnupperkurs zum Kennenlernen an. Bitte informieren Sie sich über dieses Angebot bei den angegebenen Ansprechpartnern. Dort erhalten Sie weitere Informationen. Wir freuen uns auf Sie.

Sie sind herzlichst dazu eingeladen

Gibt es auch Flugschulen, an denen man das ganze Jahr über das Segelfliegen lernen kann?

Ja. Es gibt einige Flugschulen in Deutschland, die Segelfliegen in der Saison auch werktags anbieten. Allerdings wird der Flugschein auch demenstprechend teurer. Da kann es schon mal sein, daß die Alleinflugreife so viel kostet, wie die gesamte Ausbildung bis zum Erwerb der Flugerlaubnis im Verein. Allerdings sind Fortschritte schnell zu erkennen. Eine Flugschule hebt sich da in Deutschland besonders hervor – die Deutsche Alpensegelflugschule Unterwössen. Neben einem wunderbaren und für Flachlandflieger ganz neuen Panorama fliegt man an hohen Hängen und die schneebedeckten Gipfel der Alpen sind greifbar nah, gleich südlich hinter der Platzrunde. Um sich fliegerisch zu entwickeln sollte man sich einen Verein suchen, in dem man sich wohlfühlt – als Alternative oder Urlaubsziel ist so eine Flugschule eine interessante Bereicherung.