Kunstflug im Norden

mit der SZD59

Das Flugzeug

103-0322_IMG_homepageBei dem eingesetzten Flugzeug handelt es sich um eine SZD 59 Acro mit dem Kennzeichen D-9959, Baujahr 1999.

Die Ähnlichkeit zu polnischen Konstruktionen ist nicht rein zufällig. Gefertigt wurde das Flugzeug in Bielsko-Biala bei PZL – der berühmten polnischen Schmiede für private und kommerzielle Kleinflugzeuge. Der Rumpf stammt vom Jantar 3. Ebenso die Tragflächen, die allerdings für die Kunstflugversion verkürzt worden sind. Um die Festigkeit für den Kunstflug zu gewährleisten sind die Komponenten verstärkt worden. Außerdem hat dieser Kunstflug-Jantar ein Kreuzleitwerk, und kein T-Leitwerk mehr. Es ist ein vollkunstflugtaugliches Segelflugzeug, dass  allerdings auch mit wenigen Handgriffen in ein Streckensegelflugzeug umgebaut werden kann.

In der jüngsten Vergangenheit tauchen auch so langsam einige Modellflugzeuge dieses Typs auf. Endlich hat sich auch die Modellfluggemeinde diesem schönen Flugzeug angenommen.

Der Erstflug dieser Konstruktion ist 1991 erfolgt – eine lange Zeit also bis es jetzt mehrfach am Himmel auftaucht. Bei der Vorführung dieses Flugzeuges auf einer internationalen Meisterschaft in Polen verhinderten unglückliche Umstände eine frühere weite Verbreitung dieses Typs. Zeitgleich wurde nämlich auch der Swift vorgestellt und vorgeflogen, von keinem geringeren als Marganski Makula. Dieser hochdekorierte und wettbewerbserfahrene Pilot wusste es, seine Konstruktion vor dem Fachpublikum in Szene zu setzen – mit wettbewerbsnahen Kunstflugfiguren um einen direkten Vergleich mit Lo100 und den anderen Kunstflugflugzeugen zu ermöglichen. Das Flugbild des Werkspiloten von PZL mit der SZD59 war eher radikaler Natur. Er flog extreme Flugfiguren um die Leistungsfähigkeit zu verdeutlichen, das Fachpublikum bewertete dieses „bolzen“ (so wie es einige Teilnehmer im Rückblick nennen) als negative Eigenschaft des Flugzeuges und nicht des Piloten. Daher wurde der Swift als Neuanschaffung erst einmal favorisiert. In Deutschland erfolgte dann der Durchbruch erst, als die hier gezeigte SZD59 auf kleineren Wettbewerben vorgeführt und mit Punktrichtern bewertet werden konnte. Dabei schnitt sie nun endlich gut ab und zeigte was in der Konstuktion noch an Reserven in allen Kunstflugfiguren steckt – ohne auch nur annähernd ans Limit zu gehen. Besonders auffällig ist hierbei der viel geringere Höhenverlust bei Wettbewerbsprogrammen im Vergleich zum Swift oder Fox. Eine Sicherheitshöhenreserve gibt es nahezu immer – sonst hat man etwas falsch gemacht.

Zwischenzeitlich wurde die Produktion eingestellt, aber inzwischen wieder aufgenommen – leider zu einem deutlich höheren Anschaffungspreis. In der ersten Zeit betrug der Verkaufspreis weniger als heutige deutsche Konstruktionen und somit weit unter den verhältnismäßig teuren Konstruktionen von Segelkunstflugzeugen. Nun haben sich die Preise angeglichen – aber das allroundtalent SZD59 erfreut sich steigender Beliebtheit. Das sieht man inzwischen auf den vielen Meisterschaften.

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Technische Daten:

 

Kunstflugversion 

Streckenflugversion 

 Spannweite:

13.2 m

 15 m

 Länge:

 6,85 m

6,85 m 

Höhe

 1,58 m

1,58 m 

Flügelfläche:

 9,8 m²

 10,66 m²

Streckung:

 17,8

 21,01

Leermasse:

 285 kg

 295 kg

maximale Abflugmasse:

 380 kg

 540 kg

 maximaler Wasserballast:

– 

 180l

Flächenbelastung: 

 

 31,0-50,7 kg/m²

 maximale Gleitzahl;

 36 bei 106 km/h

 40 bei 124 km/h

 minimales Sinken:

 0,7 m/s bei 79km/h

 0,62 m/s bei 77km/h

 Abreißgeschwindigkeit:

 69 km/h

 67 km/h

 maximale Fluggeschwindigkeit:

 285 km/h

 265 km/h

maximales Lastvielfaches 

 +7/-5g

 +5,3/-2,65g

Hier die „neue“ Flip-Flop-Lackierung mit Rauchpatronen und Visier:

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